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Aus 3 Pflegestufen werden 5 Pflegegrade

Im Zuge der Pflegereform werden u. a. drei Pflegestufen durch fünf Pflegegrade ersetzt. Benjamin Hestermann, Mitarbeiter im Pro Talis Qualitätsmanagement und in der Projektgruppe zur Pflegereform, klärt auf.

Herr Hestermann, können Sie kurz erklären, was es mit den Pflegegraden auf sich hat?

Das Ziel der Pflegereform ist, Pflegebedürftigkeit neu zu definieren und durch fünf Pflegegrade eine differenziertere Einstufung in Pflegegrade zu ermöglichen. Davon können z. B. Menschen mit geistigen Einschränkungen wie demenziellen Erkrankungen profitieren, die bis dato in der Regel nur sehr wenige Ansprüche auf Leistungen aus der Pflegekasse hatten. Das soll sich ändern – geistige Einschränkungen werden den körperlichen gleichgestellt.

Wie erfolgt die Umwandlung in Pflegegrade? Was müssen die Bewohner beachten?

Zunächst einmal: Sich sorgen muss niemand. Die Umstellung erfolgt automatisch durch die Pflegekassen. Bewohner oder Angehörige müssen sich um nichts kümmern.

Welche Auswirkungen hat die Pflegereform auf den Pflegealltag?

Mit Voraussagen bin ich immer vorsichtig. Sinn und Zweck ist jedenfalls, dass weniger Dokumentationsarbeit anfällt und Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz mehr Hilfestellung und Unterstützung erhalten. Beispielsweise durch zusätzliche Betreuungskräfte, die die Pflegekräfte entlasten. Auf lange Sicht soll auf diese Weise auch der Pflegeberuf aufgewertet werden.

 

Die Umwandlung im Überblick

Pflegestufe 0 + Demenz = Pflegegrad 2
Pflegestufe 1 = Pflegegrad 2
Pflegestufe 1 + Demenz = Pflegegrad 3
Pflegestufe 2 = Pflegegrad 3
Pflegestufe 2 + Demenz = Pflegegrad 4
Pflegestufe 3 = Pflegegrad 4
Pflegestufe 3 + Demenz = Pflegegrad 5
Härtefall = Pflegegrad 5